Marktmeistertreffen 2018 in Oldenburg

Am 08. März lud der Verein Reisender Schausteller Ostfriesland e.V. zu seinem alljährlichen Marktmeistertreffen ein, welches in diesem Jahr in Oldenburg stattfand.

Bereits seit 1956 werden diese Treffen gemeinsam mit den Marktmeistern abgehalten. Hier werden die Termine der regionalen Veranstaltungen abgeglichen, um Überschneidungen zu vermeiden und die Koordination der Veranstaltungen zu vereinfachen. Des weiteren ist die Versammlung für die Marktmeister eine gute Gelegenheit, sich untereinander auszutauschen. So fanden sich im Veranstaltungssaal des Kulturzentrums PFL zahlreiche Marktmeister aus der ganzen Region ein, um den Marktkalender für 2019 zu besprechen. Ebenfalls vertreten waren neben dem gastgebenden Schaustellerverein der Schaustellerverband Oldenburg e.V., der Schaustellerverband des Landes Bremen e.V., der Schaustellerverein Vechta e.V., die Werbegemeinschaft Emden und Vertreter der IHK Ostfriesland/Papenburg.

Nach der Begrüßung der Teilnehmer durch den ersten Vorsitzenden des ostfriesischen Schaustellervereins, Karl – Heinz Langenscheidt, erhielt der Leiter des Ordnungsamtes Oldenburg, Ralph Wilken, ein kleines Präsent als Dank für die Organisation. Im Anschluss wurde der Marktkalender für das kommende Jahr besprochen. Durch die Nennung jeder einzelnen Veranstaltung konnten so direkt eventuelle Unstimmigkeiten korrigiert und zusätzlich weitere Termine in den Kalender aufgenommen werden.

Michael Hempen kam in seiner Rede auf die Probleme und Sorgen der Schausteller zu sprechen. Eines davon ist die Norm DIN EN 13814. Um die Kosten für die Umrüstung möglichst gering zu halten, hat der DSB für die Schausteller gleicher Geschäftstypen die Möglichkeit geschaffen, auf einen Pool zurückzugreifen. So ist eine Sichtung nicht mehr für jedes einzelne Karussell notwendig. Auch die Terrorabwehr war ein Thema. Die Kosten für die Sicherheitsmaßnahmen dürfen nicht auf die Schausteller abgewälzt werden, dies obliegt den Veranstaltern. Ein weiteres Problem für die Schausteller ist eine seit Beginn diesen Jahres mögliche Vorgehensweise des Finanzamtes. Dieses kann jederzeit einen Kassensturz verlangen. Die Schausteller fühlen sich dadurch einem Generalverdacht unterstellt, außerdem kann ein Kassensturz mitten im Betrieb durchaus schwierig sein. Weitere Themen waren die Notwendigkeit der frühzeitigen Beantragung einer Schwerlast- und Überlängengenehmigung und die Schließung von Volksfesten bei Unwetterwarnungen, bei der eine sachgemäße Ermessensgrundlage wünschenswert wäre. Wichtig sei auch die Beachtung der Zielgruppen, die auf Volksfesten vertreten sind, und hier sollten die Familien nicht außer Acht gelassen werden, so Hempen. Die Bindung an ein Volksfest ist wichtig, und wer als Kind bereits Karussellfahren liebte, wird es auch als Jugendlicher mögen und später als Erwachsener diese Freude an seine Kinder weitergeben.

Im weiteren Verlauf informierte Hempen die Marktmeister über positive Entwicklung der Schaustellerbetriebe unter ökologischen und ökonomischen Aspekten. Bereits heute gehören grüner Strom und energiesparende LED – Beleuchtung zum Standard auf Volksfesten, und für die Zukunft sind bereits weitere Ziele geplant.

Wichtig für die Marktmeister war auch das Thema Ponyreitbahnen. Besitzer von Reitbahnen sahen sich in der Vergangenheit vermehrt der offenen Kritik von Tierschützern ausgesetzt, die ihren Unmut nicht selten mit öffentlichkeitswirksamen Demonstrationen zur Schau stellten. Die Vorwürfe seien unbegründet, so Hempen. Und auch von anderen Seiten wurden die Vorwürfe als haltlos bewertet. Den Tieren geht es gut, die gesetzlichen Regelungen werden eingehalten.

Rudi Robrahn referierte über die Agenda 2020 und über weitere Zukunftsthemen, deren Umsetzung für die Erhaltung der Volksfeste von Bedeutung ist.

Ein großes Thema bei den Marktmeistern ist die GEMA. Die Forderungen sind hoch, die Berechnungsgrundlage undurchsichtig und kaum nachvollziehbar. Hier wünschten sich alle Teilnehmer eine Verbesserung.

Karl – Heinz Langenscheidt hob die Wichtigkeit der Zusammenarbeit zwischen Schaustellerverbänden und Marktmeistern bzw. den Veranstaltern hervor. Ein gutes Verhältnis wirkt sich positiv auf die Veranstaltungen aus. Dieser Meinung schlossen sich die Marktmeister an. Sie schätzen die enge Zusammenarbeit mit den Schaustellern, und Ehrlichkeit untereinander ist ebenfalls ein wichtiger Punkt. So wird Vertrauen geschaffen, und alles gemeinsam gibt den Marktmeistern die Möglichkeit, das Schönste an ihrem Beruf erleben zu können: Menschen glücklich machen.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen und weiteren anregenden Gesprächen folgte ein Besuch im Schaustellermuseum der Familie Lesnik in Rastede. Hier ließen die Teilnehmer das Marktmeistertreffen entspannt ausklingen und werden sicher im nächsten Jahr wieder dabei sein, dann allerdings in Nordhorn. (HM)

Quelle: www.Kirmesreport.com